Mit billigen Materialen lieblos hergestellt und auf die Unwissenheit vieler Käufer vertrauend erfüllen die beliebten "Insektenhotels" die Ansprüche der Insekten oft in keinster Weise.

Der größte Teil der Füllung ist maximal Deko und bietet Insekten wie Florfliegen, Wildbienen und Marienkäfern keinerlei Nutzen.

Florfliegenkasten


Die Larven der Florfliegen vertilgen in ihrer Entwicklungszeit 200-500 Blattläuse. Die Fliegen legen aber nur Eier, wenn genug Blattläuse da sind. Bekämpft man die Läuse, nimmt man den Florfliegen die Lebensgrundlage.

Florfliegen überwintern z.B. in Schuppen und Garagen. Das kleine rote Kästchen ist zu klein und unnütz.

Ein artgerechter Kasten müsste mind. 30x30x30cm groß sein.

Beherbergt ihr Garten viele Blattläuse, stellt sich ein biologisches Gleichgewicht von selbst ein.

Röhrchen oder Bohrungen für Wildbienen

Die Röhrchen für Wildbienen sind meist viel zu dick und zu kurz. In den Bohrlöchern stellen sich im verwendeten Weichholz Holzspäne wieder auf. Die Einfluglöcher sind oft total ausgefranst. Die Bienen meiden diese aus Angst um ihre Flügel. Kein Mensch kriecht freiwillig durch eine eingeschlagene Glastür. Den Bienen muten wir das zu! Eine Verletzung der Flügel wäre ihr Todesurteil.

Zapfen für Marienkäfer - völliger Schwachsinn

Zapfen sind Füllung im wahrsten Sinne des Wortes. Irgendwie muss man die Fächer ja voll bekommen. In einem normalen Garten finden Marienkäfer tausende Versteckmöglichkeiten. Zapfen gehören da wohl kaum dazu.

Marienkäfer lockt man mit Nahrung in den Garten. Dazu gehört dann aber auch die Duldung einer großen Menge von Blattläusen. Sonst lässt sich das Weibchen kaum zur Eiablage überzeugen.

Der Schmetterlings-Schlitz

Die meisten Schmetterlinge überwintern im Larvenstadium. Von den etwa 180 Tagfaltern überwintern nur 6 als Schmetterling in Höhlen, hohlen Bäumen, Holzschuppen usw., aber nicht in vorgefertigten Kästen mit Schlitz. 

Artgerechte Umgestaltung

Gestalten Sie ihr vorhandenes "Insektenhotel" artgerecht um. Ersetzen Sie die Deko durch Schilfröhrchen (5-9mm), einen gebohrten Hartholz (2-9mm) und Kästen mit gestapftem Sand. So überzeugen Sie bestimmt manches Wildbienen-Weibchen zum Nisten.